
Freundschaften können helfen, die Psyche gesund zu erhalten (Foto: Stock photo)
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Freunde schützen vor Depressionen
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Depressionen haben viele Ursachen.
Dazu gehören auch solche, die durch das Beziehungsleben hervor gerufen
werden. Das Defizit an sozialen Beziehungen kann Depression nagativ
beeinflussen und verstärken. Der Umkehrschluss: Soziale Kontakte,
Freunde und Freundschaften, können vor Depressionen schützen.
“Es geht nicht nur um Freunde, sondern um einen gesamten Freundeskreis,
der unterstützend wirkt. Die Frage lautet daher. Wie viel Stunden am
Tag spricht man mit anderen Menschen. Eigentlich sollten Soziologen in
der Frage, warum und wie Depressionen zu einer Volkskrankheit geworden
sind, mitforschen,” meint Peter Fischer, Leiter der Psychiatrischen
Abteilung am Wiener SMZ Ost - Donauspital.
Fischer ist überzeugt, dass Freundschaften und enge soziale Kontakte
vor Depressionen schützen. Depressionen in verschiedenen Stärken nähmen
in der industrialisierten Welt stark zu. Dagegen sei das Land mit der
geringsten Depressionsrate das arme Bangladesch. Seine Begründung: Dort
spielen soziale Kontakte in der Großfamilie eine wichtigere Rolle. Und
das wirke sich offensichtlich positiv aus.
“Es gibt eine genetische Disposition für Depressionen. Auch psychische
Altlasten aus der Kindheit spielen eine Rolle. Generell muss man sagen,
dass jeder Mensch Depressionen bekommen kann", weiß Fischer. Ein
wesentlicher Auslösefaktor sei chronische Stressbelastung. "Das
Burnout-Syndrom ist als eine Sonderform der Depression ein gutes
Beispiel. Dabei kommt es nicht notwendigerweise auf die Menge an Arbeit
an, sondern auf die Belastung im Beruf. Man fühlt sich als
Einzelkämpfer und verschafft sich durch immer mehr Verantwortung
Repekt." Das Problem könne bereits im Schulalter auftreten.
In der heutigen Zeit werde der Terminus Burnout jedoch inflationär
verwendet. Mittlerweile sei es gesellschaftlich nicht geächtet, wenn
jemand daran leidet. Hingegen ist die Diagnose Depression immer noch
stark stigmatisiert. “Unsere Kultur sieht es offensichtlich als nicht
wichtig an, wie wir mit uns selbst umgehen", meint der Psychiater.
Viele Depressionen hätten ihre Ursachen im Beziehungsleben. Das Defizit
an sozialen Beziehungen sei ein wesentlicher Negativfaktor und
Verstärker.
Der Mediziner rät jedenfalls dazu, einen Experten aufzusuchen, wenn man
sich seelisch für eine gewisse Zeit nicht wohlfühlt. "Wir müssen
endlich begreifen, dass zum Gesundsein auch das psychische Wohlfühlen
dazugehört", fordert Fischer.
WANC 28.07.10, Quelle: Donauspital - Sozialmedizinisches Zentrum Ost, pte
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