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Aktuell > 2010
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Bildung kann die Folgen einer Demenzerkrankung abschwächen (Foto: Stock photo)
Bildung schwächt Demenz-Symptome ab

Bildung ist gesund. Das gilt vor allem, wenn es um Erkrankungen des Gehirns geht. Forscher gehen davon aus, dass gebildete Menschen besser mit den Folgen einer Demenz klar kommen, als weniger gebildete. Studien belegen sogar, dass es einen Zusammenhang zwischen der Dauer der Ausbildung und dem Risiko für eine Demenz gibt.

Menschen, die sich länger weitergebildet haben, scheinen besser in der Lage zu sein, die Auswirkungen einer Demenz auf das Gehirn zu kompensieren. Finnische und britische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die besser Gebildeten gleich starke Anzeichen der Demenz im Gehirn aufwiesen als jene, die über weniger Bildung verfügten. Trotzdem waren weniger Symptome zu bemerken.

In den letzten zehn Jahren haben Demenz-Studien immer wieder darauf hingewiesen, dass mehr Bildung das Demenz-Risiko senkt. Die Frage, die die Wissenschaftler jetzt zu klären versuchten war, ob Bildung - das damit einhergehende höhere Einkommen und der gesündere Lebensstil - das Gehirn auch gegen eine Demenz schützt.

Das Team um Carol Brayne von der University of Cambridge untersuchte die Gehirne von 872 Menschen, die Teil von drei großen Studien zum Älterwerden waren. Die Wissenschaftler nutzten Daten der Eclipse Collaboration, die alle drei Langzeitstudien vereint, die in Europa zum Älterwerden durchgeführt wurden. Britische und finnische Wissenschaftler begleiteten die Teilnehmer dafür bis zu 20 Jahren. Dabei zeigte sich, dass je mehr die Menschen Bildung genossen hatten, sie umso besser mit den Veränderungen ihres Gehirns zurechtkamen.

Die nach dem Tod durchgeführten Untersuchungen ergaben, dass die Veränderungen der Gehirne bei der Gruppe der weniger und der mehr Gebildeten ähnlich ausprägt waren. Jedes Jahr, das mit einer Ausbildung verbracht wurde, entsprach einem um elf Prozent geringeren Demenz-Risiko.

Hannah Keage, eine Mitautorin der Studie, erklärte, dass frühere Studien bereits nachgewiesen hätten, dass es keine eindeutige Verbindung zwischen einer Demenz-Diagnose und den später festgestellten Veränderungen des Gehirns gibt. Ein Gehirn könne sehr stark betroffen sein, ein anderes in nur sehr geringem Ausmaß. Beide Patienten könnten jedoch an dieser Krankheit leiden.

Brayne: „Es ist bekannt, dass Bildung gut für die Gesundheit und die Gleichheit einer Bevölkerung ist." Die aktuelle Studie liefere starke Argumente für eine gezielte und bereits sehr früh einsetzende Investition in diesen Bereich. In der Kindheit würden jene Weichen gestellt, die eine Auswirkung auf die Gesellschaft und das ganze Leben eines Menschen haben.

WANC 29.07.10, Quelle: Brain, pte

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