
Pornos lügen: den allzeit potenten Mann gibt es nicht
Die meisten Männer und ihre Penisse reagieren auf Pornofilme oder erotische Darstellungen in Magazinen. Deswegen erhält so mancher Mann mit Potenzproblemen schon mal den gutgemeinten Rat, sich doch mal einen Pornofilm anzuschauen. In Einzelfällen, beispielsweise bei Männern mit schwacher Libido, oder wenn nach jahrelanger Ehe gähnende Langeweile ins Schlafzimmer eingekehrt ist, mag ein solcher Film den müden Penis zu einem kurzen Blick nach oben verleiten. Im Regelfall greift dieser Ratschlag aber zu kurz. Denn meist ist es ja nicht Unlust, die den Penis schlapp bleiben läßt, sondern die Angst vor dem Versagen. In einem solchen Fall wirken pornographische Filme eher gegenteilig: Denn in den Pornofilmen wird ja dem Mythos des allzeit potenten Mannes gehuldigt. Solcherlei Zerrbilder taugen kaum, einem Mann mit Potenzproblemen Selbstbewußtsein einzuflößen.
Eher schon hilft der "Film im Kopf". Wenn man sich auf seine eigenen Phantasien einläßt, erfährt man mehr über sich selbst und seine sexuellen Vorlieben.
Beflügelte Phantasie
Zwar mag der Penis mit Sicherheit nicht alles, was im Kopf geboren wird, auch ausführen, doch manchmal entstehen Potenzprobleme dadurch, daß Mann seine sexuellen Vorlieben bewußt oder unterbewußt unterdrückt (siehe Seite XX). Die scheinbar einfache Lösung solcher Potenzprobleme ist ein "Coming-out", das Eingestehen und Ausleben der Neigungen. Was sich in der Theorie einfach anhört, kann im Leben zu Reibungen und sogar (seelischen) Verletzungen führen. Denn zum Sex gehören nun mal (meist) zwei Menschen, und was dem einen gefällt, muß der andere noch lange nicht gut finden. Es erfordert daher ein großes Vertrauen, der Partnerin seine - womöglich etwas ungewöhnlich erscheinenden - Vorlieben einzugestehen. Einzig eine solche Offenheit bietet aber die Chance für neue erotische Spannung in der Beziehung.
Offenheit: Die Chance für neue erotische Spannung
Doch Achtung: Kommen völlig unterschiedliche und vor allem unvereinbare sexuelle Vorlieben der beiden Partner ans Licht, könnte das die Frage nach der Zukunft der Partnerschaft aufwerfen. Besonders deutlich wird dies in Fällen, in denen sich der Mann, oft nach jahrelanger Ehe, zu einer bis dahin unterdrückten homosexuellen Neigung bekennt (siehe Seite XX). Wäre eine Trennung dann der schlimmste Fall? Oder ermöglicht sie vielleicht nach den Trennungsschmerzen ein erfüllteres Leben?
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?
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Nur wer streßfrei liebt, liebt gut
Pornos und Phantasien
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