> Die Alraune


Alraunenwurzel in Penisform


So verdankt die Alraune ihren Ruf als Aphrodisiakum ihrer langen, penisförmigen Wurzel. Der Sage nach sproß sie in der Erde des Galgenberges aus dem Sperma unschuldig Gehängter. Eine Nebenwirkung allerdings kündigt die Sage mit an: Wenn man sie ausgräbt, töten ihre Schmerzensrufe den Wurzelgräber. Deswegen müsse man die Erde um die Alraune erst weiträumig abtragen und dann die Spitze der Wurzel mit einem Strick an einem Hund festbinden. Und dann? Nichts wie weg! Der Hund will nun seinem Herren hinterherrennen und zieht dabei die Pflanze aus dem Boden ... und stirbt, anstelle seines Besitzers, am Wehklagen der Alraune.


Sagenhaft gefährlich, die Alraune


Eine mutmaßlich potenzsteigernde Wirkung der Alraune schätzten schon die alten Ägypter und die antiken Römer. Auch im Mittelalter gehörte sie zu den populärsten Heilpflanzen. Zum Beispiel Hildegard von Bingen (1098-1179) hat sie ausführlich beschrieben - allerdings mit erhobenem Zeigefinger: Als Klosterfrau durfte Hildegard der "zur Unkeuschheit reizenden" Pflanze natürlich nichts Positives abgewinnen.


Aus Alraunenwurzeln wurden Figuren geschnitzt, die, als Amulett getragen, die Liebeskraft steigern sollten. Wer sich damit begnügte, hat nach heutigem Wissen keinen gesundheitlichen Schaden davongetragen. Anders, wer von Alchimisten hergestelltes Alraunenwasser trank. Bei falscher Dosierung war die Potenz kein Thema mehr, weil eine qualvolle Atemlähmung den Tod herbeirief.

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